







1610/26: 4, 2026
Keramik, engobiert und glasiert
38 × 26.5 × 8.5 cm
1610/26: 1, 2026
Keramik, engobiert und glasiert
40 × 25.5 × 9 cm
1610/26: 7, 2026
Keramik, engobiert und glasiert
40 × 25 × 8.5 cm
1610/26: 1, 4, 7 umfasst drei unterschiedliche Ofenkacheln mit einzelnen Tierfiguren auf grossflächig weiss glasiertem Hintergrund. Die kleinen, in den Ton geritzten Zeichnungen befinden sich jeweils am Rand der ansonsten leeren Bildfelder. Die Kacheln wurden von Zürrer in Anlehnung an die traditionelle Herstellungsweise der Hafner von Hand aufgebaut, engobiert und glasiert. Durch stellenweise Abplatzungen der Glasur während des Brandes erhielten sie eine patinierte Oberfläche.
Die Jahreszahl 1610 im Titel verweist auf einen Winterthurer Kachelofen aus diesem Jahr, der sich heute im Museum Lindengut in Winterthur befindet. Sein Bildprogramm umfasst neben Tugenden auch eine zusammenhängende Folge von Lastern, die unter den erhaltenen Winterthurer Kachelöfen einzigartig ist. In den Darstellungen von Trunkenheit, Geiz und weiteren Lastern erscheinen kleine Tiere und Mischwesen, die innerhalb der Bildszenen teilweise nur eine Nebenrolle einnehmen.
Zürrer löst drei dieser Figuren aus ihrem ursprünglichen Zusammenhang und überträgt sie auf neu angefertigte Kacheln. Während die historischen Bildszenen verschwinden, bleiben die Tiere als einzelne, schwer einzuordnende Wesen zurück.
Die Arbeiten sind Teil einer umfassenderen Auseinandersetzung mit historischen Winterthurer Kachelöfen, deren Bildprogramme, Formen und Funktionen Zürrer auf unterschiedliche Weise dekonstruiert. Ihre Recherche beschäftigt sich insbesondere mit der Herstellung dieser Öfen und der Rolle von Tieren in ihren Darstellungen. Winterthur war im 17. Jahrhundert ein bedeutendes Zentrum der Hafnerkunst. Die dort hergestellten, oft mehrere Meter hohen Öfen bestanden aus zahlreichen bemalten Keramikkacheln. Sie dienten als Wärmequelle, Möbel, Teil der Architektur und Bildträger, deren Darstellungen häufig moralische Vorstellungen vermittelten.